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| Dreifachturnhalle im Bau |
Rückblick/Ausgangslage Die Schulanlagen der Gemeinde Reiden sind stets den neuen Herausforderungen angepasst worden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden mit dem Pestalozzischulhaus und dem Schulhaus Reidermoos Gebäude erstellt, welche bis heute als Schulraum genutzt werden. Zwischen 1957 und 1980 konnten mit dem Johanniterschulhaus I bis IV die steigenden Bedürfnisse und Anforderungen gedeckt werden. Im Jahre 1998 schliesslich wurde mit dem Bau des Unterstufenzentrums Walke erstmals ein neuer und zusätzlicher Standort für einen Teil der Volksschule geschaffen. Heute sind diese Schulanlagen Ziel von 689 Schulkindern für die Volksschule in Reiden, vom Kindergarten bis zum 9. Schuljahr. Die Oberstufe wird dabei als kooperative Sekundarstufe mit vier Niveaus geführt. Die Nachbargemeinde Wikon ist dem Oberstufenkreis Reiden angeschlossen.
Für den Schulsport und die Vereine steht die in den Fünfzigerjahren erstellte zweistöckige Turnhalle zur Verfügung, welche heute in unveränderter Form genutzt wird. Mit dem Bau des Hallen- und Freibades im Jahre 1976 konnte ein Teil der vorgeschriebenen Turn- und Sportlektionen als Schwimmlektionen ausgelagert werden.
Die Dreifachturnhalle Die bisherige Lösung des Turnhallenangebotes mit den beiden übereinander liegenden Hallen vermag die heutigen Ansprüche der Benutzer in keiner Weise mehr zu befriedigen. Sie genügen den Normen des Bundesamtes für Sport nicht mehr, und aufgrund der Auslastung muss die dritte Sportlektion für die 700 Schulkinder zwingend im Hallen- und Freibad Kleinfeld durchgeführt werden.
Ausserdem behindern und verhindern die nicht mehr zeitgemässen Turnhallen die Entwicklung der Vereine. So können insbesondere keine wettkampfmässig organisierten Anlässe durchgeführt werden. Der Ruf nach einer zeitgemässen Lösung für Schul- und Vereinssport wurde immer lauter. Und doch musste immer wieder infolge dringenderer Projekte die konkrete Planung zurückgestellt werden, letztmals beim Bau des Walkeschulhauses im Jahr 1998.
Langfristige Planung Ein Jahr nach Fertigstellung des Unterstufenzentrums in der Walke, im Jahre 1999, erteilte der Gemeinderat einer Arbeitsgruppe den Auftrag, ein langfristiges Konzept für die künftig von der Schule benötigten Räumlichkeiten auszuarbeiten. Gleichzeitig konnten die Verhandlungen für den Kauf der 12’800 m² grossen Parzelle durch die Einwohnergemeinde in der Kernzone erfolgreich abgeschlossen werden. Bereits im Jahr 2001 wurde das Konzept „Schule 21“ anlässlich einer Gemeindeversammlung der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Das Konzept fand bei der Bevölkerung, der Schule und allen politischen Parteien grosse Zustimmung und beinhaltete im Wesentlichen Aussagen zu Themenbereichen wie:
Zeitraster:
Das Konzept stellt eine mögliche Lösung für die Gemeinde Reiden bis zu einer Fünffach-Führung aller Klassen dar. Es bezieht sich somit nicht auf einen definierten Zeitraum, sondern auf eine Höchstzahl von parallel geführten Abteilungen.
Schulstandorte:
Jede Stufe der Volksschule Reiden soll einen eigenen Standort und damit individuelle Entwicklungsmöglichkeiten erhalten. Die Unterstufe in der Walke, die Mittelstufe in der Kernzone und die Oberstufe am heutigen Standort. Damit soll ein Maximum an Flexibilität und Handlungsfreiheit in Bezug auf die künftige Gestaltung und Erweiterung der Räumlichkeiten ermöglicht werden.
Dreifachturnhalle:
Die Dreifachturnhalle dient in erster Priorität der Schule und den Sportvereinen. Mit der Nähe und der zentralen Lage zur Schule werden die Wege kurz gehalten, was für die Gestaltung der künftigen Stundenpläne von grosser Bedeutung sein wird.
Trotzdem wurde auch bereits in diesem Konzept von einer Halle mit Mehrzwecknutzungsmöglichkeiten gesprochen, welche im Gebiet „Reiden Mitte“ vorgesehen war. Die Dreifachturnhalle soll mit weiteren Bauten und einer ge-stalteten Umgebung mit Aussenanlagen von rund 30'000 m² zu einem Ort der Begegnung und zum Treffpunkt für die Gemeinde werden.
Reiden Mitte Die Gemeinde Reiden verfügt mit dem Areal im Gebiet Reiden Mitte über die einzigartige Gelegenheit, das Zentrum der Gemeinde nach den heutigen Anforderungen zu gestalten. Schule, Schul- und Vereinssport, kulturell und gesellschaftlich geprägte Anlässe wie Kilbi, 1. Augustfeier, Markt, Ausstellungen etc. können dem Gebiet um den Dorfplatz Leben und Aktivitäten verleihen. Künftige Schulhausbauten, aber auch das bereits vor Jahrzehnten für diesen Standort vorgesehene Gemeindehaus kann im Gebiet um „Reiden Mitte“ geplant werden.
Das Konzept wurde als ereignisorientiertes Konzept vorgestellt. Dies bedeutet, dass Objekte unabhängig voneinander realisiert werden können. Dem Bedarf entsprechend und nicht einer bereits festgelegten, sturen Abfolge gehorchend.
Von der Meinungsbildung zum Projekt Die Kernzone als künftiges Zentrum und als Treffpunkt für die Gemeinde Reiden vermag in Bezug auf Funktion und Gestaltung grossen und vielfältigen Ansprüchen gerecht zu werden. Die Planung dieses Areals erforderte demzufolge eine entsprechende Sensibilität. Der nächste Schritt erfolgte nach der Konsolidierung des vorangegangenen. Dem Einbezug der Öffentlichkeit und der Vereine schenkte der Gemeinderat grosse Beachtung. Seit dem Jahr 2000 informierte der Gemeinderat regelmässig über die Planung der Kernzone. Nicht weniger als vier Mal konnten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zur aktuellen Planung der Kernzone Stellung nehmen und damit die signifikante Meinung des Souveräns feststellen. Zur Erinnerung sind nachstehend die einzelnen Beschlüsse aufgeführt:
Im Jahr 1999:
Beschlussfassung über den Kauf einer Landparzelle von 12'800 m² in der Kernzone für den Bau einer Dreifachturnhalle und weiteren öffentlichen Bauten.
Im Jahr 2000:
Planungskredit für den Bebauungsplan Kernzone Teilgebiet B, mit gleichzeitiger Präsentation des Konzeptes Schule „21“
Im Frühling 2003:
Beschlussfassung über den Bebauungsplan mit Einteilung und Nutzung der Baufelder in der Kernzone Teilgebiet B
Im Herbst 2004:
Beschlussfassung über den Projektierungskredit für Dreifachturnhalle, Aussenanlagen und Dorfplatz
Der Studienauftrag im Jahr 2001 brachte die notwendigen Grundlagen für den Bebauungsplan, welcher gemäss Bau- und Zonenreglement für diese Zone notwendig ist. Sechs Planerteams beteiligten sich an diesem Wettbewerb. Die Metron Raumplanungs AG, Brugg, erhielt als Siegerin schliesslich den Auftrag, den Bebauungsplan auszuarbeiten und das Konkurrenzverfahren für die weitere Planung und Entscheidungsfindung durchzuführen.
Mit dem an den Studienauftrag anschliessenden Wettbewerb, der anonym, zweistufig und im selektiven Verfahren ausgeschrieben wurde, beteiligten sich in der ersten Phase, der Präqualifikation, 71 Teams. Die von der Jury klassierten 10 Teilnehmer qualifizierten sich für die zweite Runde, dem eigentlichen Projektwettbewerb. Im Juni 2004 überzeugte das Projekt „Pangäa“ die Jury. Das Architekturbüro Schneider + Schneider, Aarau, stellte sich als stolze Verfasserin und Siegerin der Medienkonferenz. Alle Projekte der ersten und der zweiten Wettbewerbsrunde konnten im Rahmen einer mehrtägigen Ausstellung im Sonnensaal im Juni 2004 besichtigt werden.
In der Zwischenzeit wurde das Planerteam zusammengestellt und das Projekt bereinigt. Im Dezember 2004 genehmigte der Gemeinderat das Vorprojekt. Der Kostenvoranschlag basiert auf dem vorliegenden Projekt und wurde grösstenteils aufgrund von Richt-Offerten zusammengestellt. Der Kostenvoranschlag beinhaltet eine Genauigkeit von ± 10 %. Mit der Einberufung des sogenannten Evaluationskreises wurde den politischen Parteien und den Vereinen die Mitsprache und Mitbestimmung ermöglicht. Mit bis heute 6 Sitzungen informierte die Projektleitung die rund 35 Vereins- und Parteienvertretungen und verlangte spezifische Rückmeldungen zur eingeschlagenen Planung der Dreifachturnhalle und der unmittelbaren Umgebung von Reiden Mitte. Die letzte Sitzung mit dem Evaluationskreis erfolgte am 30. März 2005. Die anwesenden Mitglieder sprachen sich grossmehrheitlich für das heute vorliegende Projekt, der damit verbundenen Kostenfolge und den von der Projektleitung und dem Gemeinderat vorgeschlagenen Anträgen an die Gemeindeversammlung aus.
Petition Eine im Herbst 2004 eingereichte Petition stellte folgende Forderung an den Gemeinderat
- Die neue Dreifachturnhalle muss nebst sportlicher auch gewerblicher, gesellschaftlicher und kultureller Nutzung zugänglich
sein
2. Auf der Grundlage und unter Berücksichtigung dieser erweiterten Nutzungsmöglichkeiten erstellt der Gemeinderat unter
Mitwirkung der Vereine und Organisationen von Reiden ein Benutzungsreglement.
3. Bei Ausbau und Infrastruktur ist den erweiterten Nutzungsmöglichkeiten Rechnung zu tragen
Projektleitung und Gemeinderat sind der Auffassung, dass die von 552 Namen unterzeichneten Petition in der Planung und Projektierung im Grundsatz der Bittschrift berücksichtigt werden konnte.
Das Projekt Im Zentrum steht die Dreifachturnhalle, welche als künftige Basis für Schul- und Vereinssport genutzt werden soll. Es sind aber darüber hinaus Nutzungen für gesellschaftliche oder kulturelle Veranstaltungen möglich. Die Details dazu werden in einem noch auszuarbeitenden Benützungsreglement festgelegt.
Die abgesenkte Turnhalle tritt mit ihrem oberirdischen Bauvolumen zweigeteilt in Erscheinung: ein ebenerdiger Hauptkörper mit aufliegendem Dachvolumen. Das Dach kragt einseitig aus und definiert den Eingangsbereich.
Das markante Vordach prägt die Turnhalle nicht nur in ihrem Erscheinungsbild. Vielmehr ist es mit dem innenliegenden Foyer und der Kleinküche für Festanlässe und nicht zuletzt als gedeckter Pausenplatz nutzbar. Das ebenerdige Geschoss beinhaltet nebst den gesetzlich geforderten Fluchtwegen ebenfalls die WC-Anlagen, die Räume für Hauswart und Sanitätsdienst sowie die Räume für Aussengeräte und den Freiflächenunterhalt. Sowohl die Garderoben als auch die technischen Installationsräume sind im abgesenkten Teil der Halle angeordnet.
Die Fassade wird in einer auf Langlebigkeit und geringen Unterhalt ausgerichteten Konstruktion vorgesehen: Die Eingangsfront ist vollflächig verglast, um die restlichen drei Fassaden zieht sich eine transparente Metallhaut mit textilem Charakter. Die Fassaden des Dachkörpers sind grossflächig mit Fiberglasplatten verkleidet.
Die statischen Wände sowie die Geschossdecken sind in Stahlbeton geplant.
Das gesamte Hallendach und die Überdachung des Foyers werden als Stahlträgerkonstruktion ausgeführt.
Der Turnhallenboden ist als mischelastische PU-Sporthallenbelag geplant, die übrigen Räume mit einem eingefärbten, fugenlosen Hartbetonbelag.
Die Wände in den öffentlichen Bereichen wie Foyer und Treppenhaus werden verputzt und gestrichen, in der Halle sowie den restlichen Räumen werden die Betonwände deckend gestrichen.
Akustisch wirksame Deckenbekleidungen sind in der Halle sowie im Foyer vorgesehen, in den übrigen Räumen werden die Geschossdecken in Beton belassen und gestrichen oder mit einer einfachen Gipsdecke verkleidet.
Die Böden und Wände in den Duschräumen werden mit keramischen Plattenbelägen belegt.
Raumprogramm Untergeschoss
- Dreifachhalle 46 x 27 m, unterteilbar in 3 Spielfelder 1247 m2
- Erschliessungskorridor 171 m²
- Geräteraum 200 m²
- 6 Garderoben mit Duschraum 207 m²
- Lehrergarderobe mit Dusche 32 m²
- Foyer mit Kleidergarderobe 100 m²
- Stuhlmagazin/Cateringraum 54 m²
- Technikraum 53 m²
Erdgeschoss
- Foyer 167 m²
- Zuschauertribüne für 242 Personen 171 m²
- Kleinküche 35 m²
- Toilettenanlage Damen, behindertengerecht 22 m²
- Toilettenanlage Herren, behindertengerecht 25 m²
- Hauswartraum 18 m²
- Sanitätsraum 12 m²
- Aussengeräteraum 47 m²
- Raum für Freiflächenunterhalt 27 m²
- Lastenaufzug 1.8m x 3.3m x 2.5m, 3200 kg
Dachgeschoss
Kosten Der Kostenvoranschlag wurde in zwei Bereiche unterteilt. Damit sollen die effektiven Erstellungskosten für die Dreifachturnhalle mit Mehrzwecknutzung und für die Aussenanlagen mit Dorfplatz in transparenter Form dargestellt werden.
Für die Dreifachturnhalle mit Mehrzwecknutzung wird ein Baukredit in Höhe von 9,5 Millionen Franken notwendig sein. Für die Aussenanlagen mit Dorfplatz weist der Kostenvoranschlag einen Betrag von 2,5 Millionen Franken aus.
Bedeutung des Bauwerks für unsere Gemeinde Die Investition in dieses Projekt bedeutet, dass sich die Situation rund um den Schulsport massiv verbessert und auf das Niveau angehoben wird, welches in vergleichbaren Gemeinden längst Standard ist. Die Voraussetzungen für den Vereinssport und Vereinsbetrieb werden ebenfalls stark verbessert. So ermöglicht die Dreifachturnhalle künftig Anlässe, an welche bisher infolge der fehlenden Raumdimensionen und der entsprechenden Infrastrukturen überhaupt nicht zu denken war. Die Zukunftsperspektiven vieler Vereine, aber auch der Gemeinde Reiden werden klar verbessert. Die nach der Fusion hinzugekommenen Ortsteile Langnau und Richenthal partizipieren in gleichem Mass und Umfang wie die Vereine aus dem Ortsteil Reiden. Mit der Realisierung der Aussenanlagen in der Kernzone werden künftig nicht nur Begegnungszonen geschaffen, vielmehr werden Veranstalter von kulturellen und gesellschaftlichen Anlässen wie die Kilbi, Marktveranstaltungen und Ausstellungen die neue Umgebung nutzen können. Gemeinderat und Projektleitung sind überzeugt, mit der nun abgeschlossenen Projektierung der Dreifachturnhalle mit Mehrzwecknutzung und den Aussenanlagen mit Dorfplatz eine verkraftbare Lösung getroffen zu haben, welche einen Vergleich mit dem Wünschbaren und Machbaren nicht zu scheuen braucht.